Muntere ‚Geistlein‘

Erste Kletterversuche im Gehege, eins der Zwillings-Äffchen zeigt, was es kann.
Erste Kletterversuche im Gehege, eins der Zwillings-Äffchen zeigt, was es kann…

Im Grünen Zoo Wuppertal sind vor kurzem ein Paar Rote Varis geboren worden. Die ersten Tage haben sie im sicheren Nest verbracht. Jetzt kommen sie heraus und erkunden die Welt in ihrem Gehege.

... das andere schaut ihm von sicherer Warte aus zu.
… das andere schaut ihm von sicherer Warte aus zu.

Rote Varis gehören zu den Lemuren, einer Halbaffen-Art. Das bedeutet: Sie unterscheiden sich von den eigentlichen Affen vornehmlich durch ihre langen spitzen Schnauzen mit der glatten unbehaarten, feuchten Nasenspitze, ähnlich denen von Hunden und Katzen.

Es gibt 126 Arten von Lemuren. Dieser Begriff leitet sich vom lateinischen ‚lemures‘ ab, einem Begriff für die Geister der Verstorbenen. Tierpfleger Chris Brack kennt den Hintergrund: „Die Einwohner Madagaskars erzählen, dass vor Millionen von Jahren Bewohner eines Dorfes in den Wald gewandert sind. Dort leben sie noch heute als Lemuren weiter.“

Ein kurzer Besuch am Fenster und schon ist das Kleine wieder weggehuscht.
Ein kurzer Besuch am Fenster und schon ist das Kleine wieder weggehuscht.

In freier Wildbahn leben die Roten Varis nur auf einem kleinen nord-östlichen Zipfel von Madagaskar. Sie gehören zu den bedrohten Tierarten, da ihr Lebensraum immer weiter zerstört wird.
Doch in den Zoos der Welt ist es ganz anders: „Waren sie Anfang der 1960er Jahre noch eine echte Rarität, gibt es heute europaweit rund 300 Tiere in zoologischen Gärten“, weiß Chris Brack. Auch das Rote-Vari-Pärchen, das er im Grünen Zoo Wuppertal betreut, sorgt Jahr für Jahr für Nachwuchs: „Das Weibchen Emmi ist 2010 zu uns gekommen, seitdem haben wir in jedem Jahr Jungtiere gehabt.“ Die sieben-jährige Emmi sei aber etwas zickig, während mit ihrem 15-jähriger Partner Benni ein besseres Auskommen sei.

Mama Emmi hat immer ein wachsames Auge auf ihre Kleinen.
Mama Emmi hat immer ein wachsames Auge auf ihre Kleinen.

Die beiden kleinen Varis wurden schon am 11. Mai geboren. Dann sind sie etwa fünf Zentimeter groß. Allerdings sind die Varis Nesthocker. Das heißt, sie werden von der Mutter erst einmal im Nest betreut, bevor sie beginnen, dieses zu verlassen. Inzwischen erkunden die beiden Kleinen aber eifrig ihr Umfeld und sind im Gehege zu sehen.

Insgesamt leben nun sechs Rote Varis im Wuppertaler Zoo. Die beiden Jungtiere des vergangenen Jahres sind auch noch hier. Sie sollen erst einmal das soziale Verhalten der Tiere erlernen, damit sie dann in anderen Zoos für die Weiterzucht geeignet sind. In freier Wildbahn leben bis zu dreißig Tiere in einer Gemeinschaft. Sie leben von Früchten und Laub und verständigen sich im Familienverband durch Rufe.

Text: Ruth Hoffmann

Photos mit freundlicher Genehmigung des Grünen Zoos Wuppertal © repor-tal

Informationen: www.zoo-wuppertal.de

Adresse: Zoologischer Garten der Stadt Wuppertal, Hubertusallee 30, 42117 Wuppertal

Telefon: 0202 / 563-56 66

Öffnungszeiten: 8.30 bis 18 Uhr (Sommer), 8.30 bis 17 Uhr (Winter)

Eintritt: 14,50 Euro

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