Vom Leben am Limes

Koenenlager mit Hafen - Rekonstruktion des Neusser Legionslagers mit Hafen aus der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. (Zeichnung Anja Klucke)
Koenenlager mit Hafen – Rekonstruktion des Neusser Legionslagers mit Hafen aus der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. (Zeichnung Anja Klucke)

Neuss, das ehemalige römische Legionslager Novaesium, ist eine der bedeutendsten und am besten erforschten römischen Militärgarnisonen des Rheinlandes. Vom Leben an der römischen Grenze berichtet die neue Ausstellung im Clemens Sels Museum Neuss.

Vor 2.000 Jahren teilte eine Linie Europa in zwei Gebiete: Der römische Limes zog sich von Schottland über den Nahen Osten bis nach Afrika und markierte die nördliche Grenze des Römischen Reiches. Doch während der Jahrhunderte der späten Antike war diese Grenze nicht bloß ein militärisches Bollwerk, sondern eine Zone des wirtschaftlichen und kulturellen Austausches. Dieser Aspekt tritt heute wieder in den Vordergrund der Geschichtsbetrachtung; denn hier liegen die Wurzeln Europas.

Der Limes war nur an wenigen Abschnitten mit Wällen und Palisaden befestigt. In Nieder-Germanien begrenzten in regelmäßigem Abstand gesetzte Kastelle und Wachtürme und der Rheinstrom das römische Herrschaftsgebiet. Die Stationierung tausender römischer Soldaten mit ihren Familien führte zu einem regen Warenverkehr und zur Gründung zahlreicher Städte. Hier trafen sich Menschen aus der ganzen Welt.

In den vergangenen Jahren ist der Limes als Teil der europäischen Geschichte wieder verstärkt ins Bewusstsein gerückt. Inzwischen sind der Obergermanisch-Rätische Limes in Süddeutschland sowie der Hadrians- und Antoninus-Wall in Großbritannien Teil des Weltkulturerbes. Für den Niedergermanischen Limes von Bad Breisig am Rhein bis zur niederländischen Nordseeküste wird aktuell ein Antrag vorbereitet.

Die Ausstellung lässt einen kleinen Teil des großen europäischen Bauwerks wieder lebendig werden und fragt nach den Spuren des Limes am Niederrhein und in Neuss. Dabei geht es nicht nur um die baulichen Relikte, sondern auch um die Fragen, wie die Menschen in Novaesium mit dieser Grenze lebten.

‚Der Limes in Novaesium. Vom Leben an der römischen Grenze‘ ist vom 26. Juni bis zum 25. September 2016 im CSM zu sehen.

Text: repor-tal / Pro Classics

Photo mit freundlicher Genehmigung von Pro Classics

Informationen: www.clemens-sels-museum-neuss.de

Adresse: Clemens Sels Museum Neuss, Am Obertor, 41460 Neuss

Telefon: 02131 / 90 41 41

Öffnungszeiten: dienstags bis samstags 11 bis 17 Uhr, sonntags und feiertags 11 bis 18 Uhr

Eintritt: 5 Euro

Öffentliche Führungen durch die Ausstellung:
So, 10. Juli, 11.30 Uhr
So, 31. Juli, 11.30 Uhr
So, 14. Aug, 11.30 Uhr

‚Kunstpause‘ – 30-minütige Kurzführung:
Do, 11. Aug, 13 Uhr
Do, 25. Aug, 13 Uhr
Teilnahmegebühr inkl. Eintritt 3,50 Euro

‚Noch Fragen?‘ Kuratoren-Führung:
Erläutert werden Konzeption und Hintergründe der Ausstellung.
Mi, 29. Juni, 15.30 Uhr
Do, 7. Juli, 15.30 Uhr
Do, 14. Juli, 15.30 Uhr
Mi, 24. Aug, 15.30 Uhr
Dauer: 45 Minuten
Teilnahmegebühr 3 Euro zzgl. Eintritt

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