A, B, C – Drei Katzen aus dem Schnee

Yanice Dormagen (l.), Nadine Hess und André Stadler haben alle Hände voll mit den drei Schneeleoparden-Kindern zu tun.
Yanice Dormagen (l.), Nadine Hess und André Stadler haben alle Hände voll mit den drei Schneeleoparden-Kindern zu tun.

Eine kleine Sensation war es schon, als am 7. Juni drei kleine Schneeleoparden im ‚Grünen Zoo‘ Wuppertal auf die Welt kamen. Denn in allen Tiergärten Europas sind in diesem Jahr nur sechs Geburten zu verzeichnen.

Noch guckt das Schneeleoparden-Baby schläfrig in die Welt.
Noch guckt das Schneeleoparden-Baby schläfrig in die Welt.

Schon die Mutter Aditi stammt aus dem Wuppertaler Zoo. Sie wurde hier 2012 geboren. Papa Irbis stammt aus Finnland. Er kam vor zwei Jahren. „Wir mussten ihn erst von seiner Liebe zu Aditi überzeugen“, lacht André Stadler, Diplom-Biologe und Kurator beim ‚Grünen Zoo‘ Wuppertal. Auf die Frage, wie das gehe: „Den Kater ordentlich füttern, ihn mit Duftstoffen überzeugen und dann mit der Katze zusammenbringen.“

Nadine Hess weiß, dass die kleinen schon ganz schön kratzen können.
Nadine Hess weiß, dass die kleinen schon ganz schön kratzen können.

Jedenfalls war diese Methode erfolgreich. Der Beweis sind zwei kleine Katzen Bhavani, Basira und ein Katerchen, Bayan. Die drei sind am 7. Juni geboren, jetzt im Alter von sieben Wochen etwa so groß wie Hauskatzen und blinzeln noch etwas schläfrig in die Welt. Aber sie können schon ganz schön kratzen, weiß Tierpflegerin Nadine Hess. Zusammen mit Kollegin Yanice Dormagen betreut sie Raubkatzen.

Die Überraschung war perfekt, als eines morgens drei kleine Schneeleoparden in der Wurfkiste lagen. „Es ist aber normal, dass die Katzen alleine werfen und oft in der Nacht, weil dann Ruhe eingekehrt ist“, erklärt Yanice Dormagen. „Für eine Erstgeburt hat Aditi es ganz toll gemacht und kümmert sich wirklich ausgezeichnet um die Kleinen.“ „Das ist nicht selbstverständlich bei erstgebärenden Katzen, denn sie haben ja keine Erfahrung und können diese auch nicht vermittelt bekommen“, ergänzt André Stadler. „Da kann es dann auch dazu kommen, dass sie sich nicht um die Kleinen kümmern.“ Ganz anders Aditi: „Normalerweise konnten wir sehr gut mit ihr umgehen“, sagt Yanice Dormagen. „Aber jetzt ist sie uns gegenüber sehr aggressiv. Das ist aber normal, weil sie ihre Kinder ja verteidigen will. Und auch der Hormonhaushalt ist noch verändert.“

Noch läßt sich das Kleine von Yanice Dormagen halten.
Noch läßt sich das Kleine von Yanice Dormagen halten.

Geboren werden die Kätzchen mit geschlossenen Augen und Ohren. Nach etwas vierzehn Tagen wagen sie einen ersten schielenden Blick und nach etwa drei Wochen schauen sie geradeaus und die Ohren sind aufgestellt.

Etwa 12 bis 18 Monate werden die drei noch von ihrer Mutter gesäugt. „Aber sie beginnen jetzt schon, sich für das Futter ihrer Mutter, das Fleisch zu interessieren“, erzählt Nadine Hess.
Lustig ist es auch, den Kleinen bei ihren Gehversuchen zuzusehen. Zunächst sind sie gerobbt, und jetzt üben sie ihre vier Füße zu koordinieren. „Mit vier Beinen kann man auch viermal stolpern“, lacht André Stadler.

Schneeleoparden gehören zu den stark bedrohten Tierarten. Sie werden in ihrer Heimat, zum Beispiel Pakistan oder der Mongolei, gejagt und zusätzlich wird ihr Lebensraum immer stärker zerstört.

Im September ist der Umzug in die große Anlage geplant.
Im September ist der Umzug in die große Anlage geplant.

Der ‚Grüne Zoo‘ Wuppertal will noch bis zum September den Umbau der Schneeleoparden-Anlage umsetzen. Dann wird das Gehege etwa sechsmal so groß sein wie bisher. Auf jeden Fall werden Bhavani, Basira und Bayan mit ihren Eltern noch auf die neue Anlage umziehen. Nach etwa einem Jahr, wenn die Geschlechtsreife eintritt, werden sie in andere Zoos abgegeben, damit keine Inzucht vorkommen kann.

Nadine Hess, Yanice Dormagen und André Stadler hoffen dann auf neuen Nachwuchs in den kommenden Jahren.

Text: Ruth Hoffmann

Photos mit freundlicher Genehmigung des Grünen Zoos Wuppertal © repor-tal

Informationen: www.zoo-wuppertal.de

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